Wasserschutzmaßnahmen im Hollergewann


Neben langanhaltenden Trockenperioden nehmen insbesondere Starkregenereignisse und lokale Hochwasser in Häufigkeit und Intensität zu. Gerade Kommunen mit einer ausgeprägten Tallage und mehreren Fließgewässern wie Eppstein sind von diesen Entwicklungen in besonderem Maße betroffen. Der Hochwasser- und Starkregenschutz bleibt für die Stadt Eppstein weiterhin eine wichtige Aufgabe: die Stadt Eppstein führt jährlich mehrere Maßnahmen durch und infomriert hierüber öffentlich. Jetzt hat die Stadt Eppstein rund 10.000 Euro in eine verbesserte Ableitung und Versickerung von Oberflächenwasser investiert. Im Stadtteil Niederjosbach werden bis Anfang August Maßnahmen zur verbesserten Ableitung und Versickerung von Oberflächenwasser von einem in Eppstein ansässigen Unternehmen durchgeführt. Ziel ist es, dass aus dem oberhalb von Niederjosbach gelegenen Flächen das Wasser frühzeitig abgeschlagen wird und gar nicht in den bebauten Bereich eindringt. Hierfür existiert bereits ein Schmutzfang. Im Bereich des Hollergewanns wurde nun ein neues wasserführendes Rohr verlegt, über das anfallendes Wasser gezielt abgeleitet werden kann. Anschließend wurde die Wegeoberfläche fachgerecht wiederhergestellt. Am Ein- und Auslauf des Rohrs wurden Wasserbausteine eingebaut und das umliegende Gelände angepasst. Darüber hinaus entstanden ein Graben und mehrere Versickerungsmulden. Diese nehmen das Niederschlagswasser auf und ermöglichen dessen kontrollierte Versickerung vor Ort. Die Mulden werden mit Steinen, durch die das Wasser versickern kann, aufgefüllt. Die Arbeiten verbessern die Wasserführung im Gebiet und tragen dazu bei, Niederschlagswasser gezielt aufzunehmen und abzuleiten.

 

Hochwasser-Check der Deutschen Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat im Jahr 2026 einen bundesweiten Hochwasser-Check auf Landkreisebene erstellen lassen. Die diesbezügliche Meldung mit einem Link zum Hochwasser-Check gibt es hier: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/hochwasser-check-2026-der-deutschen-umwelthilfe-ein-viertel-aller-landkreise-hat-hohen-hochwasser-r/ 

 

Die Stadt Eppstein hat das Gutachten aufmerksam durchgearbeitet und wird hierzu in der anstehenden Sitzungsrunde mittels einer Vorlage berichten. Die Ereignisse der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nicht allein große Flüsse eine Gefahr darstellen, sondern bereits kleinere Gewässer innerhalb weniger Stunden erhebliche Schäden an Gebäuden, Straßen und öffentlicher Infrastruktur verursachen können. Gleichzeitig führen Starkregenereignisse häufig unabhängig von Gewässern zu Überflutungen, wenn Niederschläge nicht schnell genug versickern oder über die Kanalisation abgeführt werden können. Einen wichtigen Anlass zur weiteren Intensivierung der Hochwasservorsorge liefert der im Juli 2026 veröffentlichte Hochwasser-Check der Deutschen Umwelthilfe. Erstmals wurden alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands anhand eines einheitlichen Bewertungsverfahrens untersucht. Grundlage der Bewertung sind zum einen der Flächenanteil der Hochwasserrisikogebiete und zum anderen die Zahl der Adressen, die bei einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser potenziell betroffen wären. Aus beiden Faktoren wurde ein Hochwasser-Risikograd ermittelt. Ziel der Untersuchung ist es, regionale Unterschiede sichtbar zu machen und den politischen Handlungsbedarf objektiv darzustellen. Der Bericht verdeutlicht den erheblichen bundesweiten Handlungsbedarf. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe weisen 98 Landkreise und kreisfreie Städte einen hohen Hochwasser-Risikograd auf, weitere 184 einen mittleren Risikograd. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb einen deutlich stärkeren Ausbau naturbasierter Hochwasserschutzmaßnahmen, darunter die Wiederherstellung von Auen, die Renaturierung von Gewässern, die Entsiegelung von Flächen sowie eine wassersensible Stadtentwicklung. Die Stadt Eppstein sieht sich bestätige: „Genau dies setzen wir seit Jahren mit Erfolg um“, so Bürgermeister Alexander Simon. Für den Main-Taunus-Kreis zeigt der Hochwasser-Check, dass das Risiko keineswegs unterschätzt werden darf. Zwar gehört der Landkreis nicht zu den bundesweiten Regionen mit dem höchsten Risikograd, dennoch bestehen aufgrund der topografischen Verhältnisse, der engen Tallagen, zahlreicher kleiner Fließgewässer sowie der hohen Siedlungsdichte erhebliche lokale Gefährdungspotenziale.

 

Gerade Kommunen wie Eppstein, die durch enge Täler geprägt sind und in denen Gewässer teilweise unmittelbar durch bebaute Ortslagen verlaufen, können bei Starkregen innerhalb kürzester Zeit von hohen Wasserständen und schnellen Abflussgeschwindigkeiten betroffen sein. Der Bericht macht deutlich, dass auch Landkreise außerhalb der klassischen großen Flusssysteme ihre Vorsorgemaßnahmen kontinuierlich weiterentwickeln müssen. Im Main-Taunus-Kreis kümmert sich beispielsweise der Abwasserverband Main-Taunus um den vorbeugenden Hochwasserschutz. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre sowie die Ergebnisse des Hochwasser-Checks der Deutschen Umwelthilfe zeigen deutlich, dass Hochwasserschutz heute nicht mehr ausschließlich als wasserwirtschaftliche Aufgabe verstanden werden kann. Vielmehr handelt es sich um eine gesamtkommunale Zukunftsaufgabe, die Umwelt-, Bau-, Verkehrs- und Klimapolitik gleichermaßen betrifft. Für Eppstein bietet sich deshalb die Chance, auf den bereits geschaffenen Grundlagen aufzubauen und den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Durch eine vorausschauende Planung können Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und kommunales Vermögen reduziert und gleichzeitig die Lebensqualität sowie die Klimaanpassungsfähigkeit der Stadt nachhaltig verbessert werden.

 

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Eppstein in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Risiken besser zu analysieren und die Bevölkerung zu informieren. Besonders hervorzuheben ist die Erstellung von Starkregengefahrenkarten, die seit 2024 öffentlich zur Verfügung stehen. Zuvor wurden bereits Fließpfadkarten erstellt. Die Starkregengefahrenkarten zeigen anhand unterschiedlicher Niederschlagsszenarien, welche Bereiche des Stadtgebietes besonders gefährdet sind und über welche Fließwege sich Oberflächenwasser bei Starkregen ausbreitet. Damit verfügt die Stadt Eppstein über eine angemessen gute Datengrundlage und hat diese mit der Öffentlichkeit geteilt. Neben den zentralen Informationsveranstaltung hatte es pro Stadtteil zwei weitere Veranstaltungen vor Ort in den Stadtteilen gegeben. Die weitere kontinuierliche Information der Bürgerinnen und Bürger soll beibehalten werden. Durch Informationsveranstaltungen, Veröffentlichungen auf der Internetseite der Stadt sowie Hinweise zum privaten Objektschutz wurde und werden das Bewusstsein für Starkregen- und Hochwassergefahren gestärkt. Dies entspricht dem Ansatz moderner Klimaanpassung, bei dem neben technischen Schutzmaßnahmen auch Eigenvorsorge und Risikokommunikation eine wesentliche Rolle spielen. Jährlich berichtet der zuständige Fachbereich ausführlich in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung & Umwelt über die durchgeführten und anstehenden Maßnahmen.

Die Erarbeitung von Fließpfadkarten, die Erstellung der Starkregengefahrenkarten, die Einbindung der Erkenntnisse in Planungsprozesse sowie bauliche Verbesserungen an der Entwässerungsinfrastruktur zeigen, dass sich die Stadt intensiv mit der Problematik auseinandersetzt. Diese Maßnahmen bilden eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau des kommunalen Hochwasserschutzes. So gilt es an dieser Stelle die Anlage von Mulden in Waldgebieten zu nennen und die Errichtung eines Rückhaltebeckens unterhalb einer Parkplatzanlage. In naher Zukunft werden Entsiegelungen an geeigneten Stellen vorgenommen. Die Stadt Eppstein möchte auch über die gerade erstellten Rückhaltemulden hinaus weitere Rückhalteräume schaffen, die Entsiegelung geeigneter öffentlicher Flächen vornehmen und damit und weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Regenwasserbewirtschaftung im gesamten Stadtgebiet beitragen.