Tradition, Kreativität und Herzenswünsche: Motanka-Workshop im Burgmuseum


„Die Herstellung einer Motanka ist eine alte ukrainische Tradition. Die Puppe gilt als persönlicher Talisman und Symbol für Schutz, innere Stärke und gute Wünsche“, erklärte Serhiieva. Die Motanka gehört zu den ältesten Symbolen der ukrainischen Volkskultur und wurde über Generationen hinweg als Familienamulett weitergegeben.

Unter Anleitung der Kursleiterinnen fertigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigenen Puppen an und erfuhren mehr über die Bedeutung, Symbolik und Tradition dieses alten Handwerks. Zu den Gästen gehörten Besucherinnen und Besucher der Burg, eine Gruppe von Schülerinnen aus Frankfurt sowie Cornelia Staab aus dem Museumsteam.

„Es ist gar nicht so einfach, wie es aussieht“, lachte Staab, während sie ihrer Puppe feine Wollfäden als Haare anbrachte. „Eine Motanka wird ohne Schere und Nadeln gefertigt – die Stoffe werden gewickelt und gebunden. Der Name ‚Motanka‘ leitet sich vom ukrainischen Verb ‚motaty‘ ab, was so viel wie ‚wickeln‘ bedeutet“, erläuterte Serhiieva. Der Name bedeutet wörtlich „gewickelte Puppe“. Durch die besondere Technik des Formens, Bindens und Verzierens entstehen sowohl traditionelle Figuren als auch moderne, individuelle Kreationen. Nach altem Brauch gilt die Motanka als Schutzsymbol für Haus und Familie.

Nach rund zwei Stunden waren die Puppen fertig. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer gestaltete eine ganz persönliche Motanka und verband sie mit eigenen Wünschen und Hoffnungen. In der ukrainischen Tradition wird die Puppe oft als Symbol für positive Gedanken und gute Wünsche betrachtet. Im Anschluss an den Workshop kamen die Gäste im Burghof zusammen, um ihre Werke zu präsentieren und den Nachmittag gemeinsam ausklingen zu lassen. Für viele war die Veranstaltung nicht nur eine kreative Begegnung, sondern auch eine Gelegenheit, die ukrainische Kultur näher kennenzulernen und selbst ein Symbol für Hoffnung, Schutz und Zuversicht zu gestalten.

Der Workshop entstand im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Projekt „EigenKompass“ von OlamAid e.V. und dem Burgmuseum. Weitere Workshops sind geplant.