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Daten sind ein zentraler Rohstoff für Wirtschaft, Forschung und Verwaltung. Doch häufig liegen sie in unterschiedlichen Systemen und folgen unterschiedlichen Strukturen. Dadurch sind sie für andere Organisationen, Anwendungen oder KI-Systeme oft nur schwer auffindbar und interoperabel nutzbar. Genau hier setzt die Liberbyte GmbH an. Das in Eppstein ansässige Technologieunternehmen hat im September 2026 einen entscheidenden Meilenstein erreicht: OUDEA und die erste öffentliche Implementierung von bytEM sind live verfügbar. Nach dem Einstieg zweier europäischer Investoren beginnt nun die Phase von Vermarktung, Wachstum und Skalierung.
„Nach rund fünf Jahren Entwicklung und Pilotierung haben wir einen Punkt erreicht, an dem aus Architektur und Technologie eine tatsächlich nutzbare Infrastruktur geworden ist. Unser Ziel ist, Daten so auffindbar und interoperabel zu machen, dass Organisationen daraus kontrolliert eigene Datenprodukte bauen, sie austauschen und künftig auch KI-Systemen gezielt zur Verfügung stellen können – ohne die Kontrolle über ihre Quellen abzugeben“, sagt Geschäftsführer Tero Salomaa.
Nach Entwicklung und erfolgreicher Pilotierung hat Liberbyte mit OUDEA, der „Open Unified Data Exchange Architecture“, eine offene Architektur und mit der Software bytEM eine föderierte technische Implementierung geschaffen. Damit können Daten organisationsübergreifend identifiziert, gefunden, verknüpft und kontrolliert ausgetauscht werden. Die jeweiligen Organisationen behalten dabei die Kontrolle darüber, wer auf welche Daten zugreifen darf und unter welchen Bedingungen. Governance, Zugriffsregeln und Datenquellen bleiben damit unter Kontrolle der jeweiligen datenbereitstellenden Organisation. Technische Grundlage ist unter anderem das offene Matrix-Protokoll. Es ermöglicht eine dezentrale, föderierte Infrastruktur und damit Kommunikation zwischen verschiedenen Servern ohne Abhängigkeit von einem einzigen zentralen Anbieter. Dass dieses Prinzip inzwischen auch für digitale Souveränität im öffentlichen Bereich eine wichtige Rolle spielt, zeigt der BundesMessenger, der ebenfalls auf Matrix-Technologie basiert. Das Unternehmen ist Mitglied der Matrix.org Foundation.
Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Industrie-, Forschungs- und Verwaltungsdaten bis hin zu KI-Anwendungen. Bestehende APIs, Datenbanken, Sensorquellen oder öffentliche Daten können über bytEM als auffindbare und wiederverwendbare Datenprodukte bereitgestellt werden. Mehrere Quellen lassen sich dabei zu neuen Datenprodukten kombinieren. Unternehmen können beispielsweise Produktions-, IoT-, Lieferketten- oder Sensordaten verknüpfen; Kommunen Verkehrs-, Umwelt-, Energie- oder Flächendaten; Forschungseinrichtungen können verteilte Datenquellen organisationsübergreifend nutzbar machen. Auch kontrollierte kommerzielle Zugänge, APIs und neue datenbasierte Dienste sind möglich.
Dass das Konzept funktioniert, hat Liberbyte bereits in der Pilotphase gezeigt. Das Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, erprobte bytEM bereits im Rahmen eines Pilotprojekts unter anderem mit Forschungs- und Wetterdaten. Nach erfolgreichem Abschluss wurde die Zusammenarbeit mit einem anderen führenden Bundesinstitut fortgesetzt.
Auch wirtschaftlich beginnt nun eine neue Phase: Zwei europäische Investoren sind kürzlich eingestiegen. Für das noch kleine international arbeitende Team ist dies ein wichtiger Schritt in Richtung Markteinführung, Wachstum und Skalierung. Bürgermeister Alexander Simon freut sich mit dem im Stadtgebiet ansässigen Unternehmen: „Es ist beeindruckend, wie innovativ hier gearbeitet wird“. Die Eppsteiner Wirtschaftsförderin Sibylle Yaakov sieht besonderes Potenzial für Unternehmen, durch bessere Datennutzung Prozesse effizienter zu gestalten und neue datenbasierte Angebote zu entwickeln. Auch Kommunen könnten daraus neue digitale Dienste schaffen und, wo rechtlich und fachlich sinnvoll, daraus auch neue Einnahmemodelle entwickeln.
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