Fußgängerbrücke im Zeitplan beseitigt


Abrissarbeiten verlaufen perfekt

Am 15.06.2026 begannen die Arbeiten zum Rückbau der Brücke. Entsprechend der gesetzlichen Regelungen waren die Aufbauten wie das Geländer und „Rutschkanten“ zu entfernen, zu separieren und getrennt zu entsorgen. Danach galt es die Brücke im Nahbereich eines privaten Nachbarbauwerks zu entfernen. Der Abstand betrug hier lediglich 15 Zentimeter. Hier wurden die Brücke und die Treppenanlagen in Teile genschnitten und herausgehoben. In der Folge wurden die Seitenteile der Brücke entfernt. Der Träger wurde am 19.06.2026 durchtrennt. Innerhalb von fünf Tagen war die Brücke über die Bundesstraße beseitigt. Am 22.06.2026 begannen die Arbeiten zum Rückbau des den Schwarzbach überspannenden Teils. Das Bachbett wurde zusätzlich gesichert. Am 24.06.2026 hoben Kräne den restlichen Teil der Brücke in Richtung Straße, um diese dort zu zerkleinern. Anpassungsarbeiten fanden noch am nahegelegenen Weg im Bereich des Stadtbahnhofes statt. Im Vorfeld der Arbeiten hatte es Beweissicherungsverfahren gegeben. Erschütterungsmessgeräte überwachten die Arbeiten stetig. Am 26.06.2026 waren die Arbeiten beendet. Der Zeitplan wurde vollumfänglich eingehalten. Die Brücke ist nun Geschichte. Die Auftragssumme für den Rückbau der Brücke lag bei knapp 370.000 Euro, hierin enthalten sind anteilige Kosten an der Verkehrssicherung und der Umleitung.

 

Historie: Brücke im Jahr 1961 gebaut

Die Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 455 und den Schwarzbach wurde im Zuge des Neubaus der Ortsumgehung gebaut und im Jahr 1961 fertig gestellt. Bereits 1982/1983 erfolgte eine umfangreiche Sanierung der Brücke, bei der auf der Oberseite eine elastische, rissüberbrückende Beschichtung und auf der Unterseite Spritzbeton aufgebracht wurden. Weitere Unterhaltungs- und Sanierungsarbeiten folgten. 2010 wurde eine Schadendiagnose beauftragt, bei der die Bewehrungsüberdeckung, die Karbonatisierungstiefe, die Betondruckfestigkeit des Betons, die Abreißfestigkeit und der Chloridgehalt gemessen bzw. im Labor ermittelt wurden. Bei einer folgenden Hauptprüfung zur Untersuchung und Kontrolle der Brücke wurde festgestellt, dass aufgrund äußerer Anzeichen die Bewehrung durch Korrosion geschädigt war. Dadurch war die Tragfähigkeit der Brücke deutlich reduziert und es „kann bei einer höheren Belastung als durch einzelne Fußgänger zu einem Einsturz der Brücke führen“. Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Fußgänger sicher zu stellen, wurde die Brücke Ende November 2022 für den Fußgängerverkehr gesperrt. Im Januar 2023 wurde eine objektbezogene Schadenanalyse beauftragt.

 

Ergebnis der Schadenanalyse

Von der Ingenieurgesellschaft wurden die Untersuchungen durchgeführt und in einem Technischen Bericht dokumentiert. Zur Begutachtung der Bewehrung wurden sechs Stellen geöffnet, um den Zustand der Bewehrung visuell einschätzen zu können. An einer Stelle wurde Lochfraßkorrosion am Bewehrungsstahl festgestellt, bei dem ein Querschnittsverlust von 40 Prozent ermittelt werden konnte. Weiterhin waren die Rollenlager erheblich korrodieret. Ein erhöhter Chloridgehalt, bei dem unter Vorhandensein von Wasser mit chloridinduzierter Korrosion der Bewehrung zu rechnen ist, wurde an 23 von 60 der geprüften Messstellen ermittelt. Wasser konnte durch die zahlreich vorhandenen Risse und Abplatzungen in den Beton eindringen und im Zusammenwirken mit Chloriden zur partiellen Auflösung des Bewehrungsstahls führen. Dadurch war die Tragfähigkeit der Stahlbetonkonstruktion eingeschränkt. Ob Tragfähigkeitsreserven vorhanden oder ob die Tragfähigkeit schon seinerzeit nicht mehr vorhanden waren, konnte aufgrund fehlender statischer Berechnungen und fehlender Bewehrungszeichnungen nicht ermittelt werden.

 

Einstimmige Entscheidung für Rückbau im Jahr 2023

Die politischen Gremien waren in alle wesentlichen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Fußgängerbrücke frühzeitig eingebunden. In der gemeinsamen Sitzung von Ortsbeirat Eppstein und dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am 04.07.2023 wurde ausführlich Bericht erstattet. Dort und in der folgenden Stadtverordnetenversammlung am 13.07.2023 wurde bei Zustimmung aller Mandatsträgerinnen und Mandatsträger einstimmig beschlossen, dass der Rückbau der Brücke zu veranlassen ist. In der Folge wurde das Rückbaukonzept erarbeitet und die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt.