Batteriestromspeicher: Stadt veranlasst Netzverträglichkeitsprüfung


Der Stromnetzbetreiber Syna GmbH wurde gebeten, eine fundierte Prüfung zu Chancen und Risiken von zentralen und dezentralen Batteriestromspeichern für das Ortsnetz vorzunehmen. Die technischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollen dabei realistisch bewerten und aufgezeigt werden. Es soll eine Netzverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

„Wir gehen mit guten Beispiel voran und lassen prüfen, welche Chancen und Risiken bestehen,“ so Bürgermeister Alexander Simon. Kontakt hatte die Stadt Eppstein bereits mit anderen Kommunen aus dem Bundesgebiet, um sich von bereits am Netz befindlichen Stromnetzspeichern berichten zu lassen.

Batteriestromspeicher sind als Energiespeicheranlagen im Sinne von § 3 Nr. 36 des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) zu qualifizieren und wie folgt legal definiert: „Anlage in einem Elektrizitätsnetz, mit der die endgültige Nutzung elektrischer Energie auf einen späteren Zeitpunkt als den ihrer Erzeugung verschoben wird oder mit der die Umwandlung elektrischer Energie in eine speicherbare Energieform, die Speicherung solcher Energie und ihre anschließende Rückumwandlung in elektrische Energie oder ihre anschließende Nutzung als ein anderer Energieträger erfolgt.“

Aus Sicht der Stadt Eppstein können derartige Speicher die Strommärkte stabilisieren, die Energieversorgung sichern und eine effizientere Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien ermöglichen. Der diesbezügliche Markt befindet sich derzeit in einer dynamischen Entwicklungsphase. Ob ein Batteriestromspeicher ans Netz angeschlossen werden kann, hängt von vielen Faktoren ab: von den technischen Anschlussbedingungen, der verfügbaren Netzkapazität sowie dem Ergebnis der Netzverträglichkeitsprüfung durch den zuständigen Netzbetreiber. Die Prüfung und Analyse von Batteriestromspeichern für das Ortsnetz im Stadtgebiet von Eppstein wird als ein sinnvoller und notwendiger Schritt angesehen, um die Energieversorgung resilienter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten. Der Antrag zielt darauf ab, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, auf deren Basis über konkrete Maßnahmen entschieden werden kann.

Die Stadt Eppstein steht – wie viele Kommunen auch – vor der Herausforderung, die Energieversorgung zukunftssicher, klimafreundlich und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig mit zu gestalten. Vor dem Hintergrund der Energiewende, steigender Anteile erneuerbarer Energien sowie wachsender Anforderungen an Netzstabilität und Versorgungssicherheit gewinnt der Einsatz von Batteriestromspeichern zunehmend an Bedeutung. Das örtliche Stromnetz wird durch den Netzbetreiber Syna GmbH betrieben. Es erscheint sinnvoll, zu prüfen, inwieweit dezentrale oder zentrale Batteriestromspeicherlösungen einen Beitrag zur Optimierung leisten können.

 

Folgende Punkte sieht die Stadt Eppstein dabei betroffen:

  • Netzstabilität und Versorgungssicherheit: mit dem zunehmenden Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen kommt es vermehrt zu Einspeiseschwankungen. Batteriespeicher können kurzfristige Lastspitzen abfedern, Frequenzschwankungen ausgleichen und so die Stabilität des lokalen Stromnetzes erhöhen. Dies kann das Risiko von Netzüberlastungen und möglichen Versorgungsunterbrechungen reduzieren.

 

  • Effizientere Nutzung erneuerbarer Energien: ein wesentlicher Vorteil von Batteriespeichern besteht darin, überschüssig erzeugten Strom zwischenzuspeichern und zeitversetzt wieder ins Netz einzuspeisen. Dadurch kann der Eigenverbrauch vor Ort gesteigert und die Abregelung erneuerbarer Energien minimiert werden.

 

  • Entlastung der Netzinfrastruktur: der Ausbau klassischer Netzinfrastruktur ist kostenintensiv und mit langen Planungszeiten verbunden. Batteriespeicher können als flexible Alternative oder Ergänzung dienen, indem sie Lastspitzen reduzieren und so den Bedarf an Netzausbau verzögern oder verringern.

 

  • Wirtschaftliche Chancen für die Kommune: die Analyse möglicher Geschäftsmodelle kann aufzeigen, ob und wie sich Investitionen in Speichertechnologien langfristig wirtschaftlich darstellen lassen oder ob städtische Grundstücke in diesem Zusammenhang beispielsweise zur Verpachtung und Erzielung von weiteren Einnahmen eingebracht werden können.

 

  • Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit: die Integration von Speicherlösungen unterstützt die Reduktion von CO₂-Emissionen, da erneuerbare Energien effizienter genutzt werden können. Dies steht im Einklang mit kommunalen Klimazielen sowie nationalen und europäischen Vorgaben.

 

Nach der Erstellung und Beschlussfassung zum neuen Klimaschutzkonzept der Stadt Eppstein haben Verwaltung und Magistrat die ersten Umsetzungsschritte in die Wege geleitet.