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Für dieses Projekt wurde durch die Bundesnetzagentur ein rund 250 Meter breiter Planungskorridor gesichert, der von Wildsachsen aus kommend vor allem durch die Gemarkungen von Bremthal und Niederjosbach verläuft. Die Planungen für die Stromtrasse Rhein-Main-Link wurden nun konkretisiert. Im Rahmen des von der Firma Amprion, der künftigen Betreiberin der Leitung, organisierten Bürger-Informations-Marktes am 5. März 2026 wurde dieser Planungsstand öffentlich vorgestellt.
Klar ist nun, dass die unterirdischen Leitungen des Rhein-Main-Links genau an der Stelle liegen sollen, an der die Stadt Eppstein in den nächsten 10 Jahren ein Gewerbegebiet entwickeln wollte. Das Gebiet wurde von den städtischen Gremien zur Anmeldung für die zirka im Jahr 2030 anstehende Änderung des Regionalen Flächennutzungsplans beim Regionalverband FrankfurtRheinMain vorgesehen. Im aktuellen im Entwurf befindlichen Plan wurden weite Teile dieses Gewerbegebietes in Bremthal als Entwicklungsfläche übernommen. Dass es hier zu Konflikten kommen könnte, wurde im Rathaus bereits früh erkannt und es hatte mehrere Gespräche und Schriftsätze gegeben. „Trotz der neuen Infrastruktur ergeben sich grundsätzliche Perspektiven für die Entwicklung des neuen Gewerbegebietes,“ so Bürgermeister Alexander Simon. Zugleich zeigt sich jedoch, dass die weitere Entwicklung dieser Fläche im engen Zusammenhang mit den Planungen für überregionale Energieinfrastruktur steht. Für die Stadt war es daher von großer Bedeutung, frühzeitig zu erfahren, wo genau die später etwa 50 bis 60 Meter breite Trasse der unterirdischen Leitungen tatsächlich verlaufen soll.
Amprion plant, dass die Trasse im Bereich des angedachten Gewerbegebietes entlang und parallel zur Bundesstraße 455 verlaufen soll. Dieser Korridor darf dann später nicht überbaut werden. Hochbauten sind auf der Trasse ausgeschlossen. Möglich sind jedoch beispielsweise Grünflächen, Wege, Stellplätze oder andere Nutzungen ohne Gebäude. Aus Sicht der Stadt Eppstein eröffnet die aktuelle Planung jedoch zugleich neue Möglichkeiten. Um die Entwicklung eines Gewerbegebietes dennoch zu ermöglichen, hat die Stadt bereits vorschlagen, die geplante Gewerbefläche räumlich anzupassen und unmittelbar an die Trasse des Rhein-Main-Links angrenzen zu lassen. Die mögliche Erweiterungsfläche liegt damit zum Großteil im bewaldeten Gewann „Bauwald“. In diesem Bereich werden im Zuge des Baus der Stromleitung aber ohnehin umfangreiche Rodungsmaßnahmen erforderlich sein. Gerade vor diesem Hintergrund verfolgt die Stadt Eppstein das Ziel, die eigene wirtschaftliche Entwicklung mit der neunen Trassenführung miteinander zu vereinbaren. „Die nun konkretisierte Trassenplanung zeigt, dass eine solche Koexistenz grundsätzlich möglich ist,“ so Bürgermeister Alexander Simon. Alleine kann die Stadt das Vorhaben aber nicht umsetzen. Angewiesen ist die Stadt auf das Wohlwollen des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain und des Regierungspräsidiums Darmstadt. Ziel der Stadt bleibt es, eine tragfähige Lösung zu erreichen, die den Entwicklungsinteressen der Stadt gerecht wird.
Die Stadt hat dazu eine erste Skizze erstellen lassen. Die in Teilen mit KI-Unterstützung erstellte Simulation zeigt eine Grünfläche entlang der Bundesstraße 455, in der der Rhein-Main-Link geführt wird. Durch die Grünfläche zieht sich ein neuer Rad- und Gehweg, auch eine Fortführung des Skulpturenweges ist hier denkbar. Bänke und Informationstafeln sowie Bereiche zum Aufenthalt könnten das Konzept komplettieren. Ein neuer Kreisel könnte die Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet darstellen und für eine optimierte und verkehrssichere Aus- und Einfahrt nach Bremthal sorgen. Nach Vorstellungen der Stadt grenzt dann an die Trasse der Stromleitung das künftige Gewerbegebiet an. Eine Verbindung zum bestehenden Gewerbe- und Industriegebiet Eppstein West könnte es über einen neuen Rad- und Fußweg geben. Durch eine Verlängerung des Valterweges erfolgt eine weitere Anbindung des neuen Gewerbegebietes, was wiederum zur Verkehrsentlastung führt und die Andienung der im Valterweg ansässigen Unternehmen verbessert.
Für die Stadt Eppstein ist die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes von sehr großer Bedeutung. Die Stadt verfügt kaum über gewerbliche Entwicklungsflächen. Gleichzeitig besteht bei ortsansässigen und regionalen Unternehmen sowie bei ansiedlungsinteressierten Betrieben eine steigende Nachfrage nach geeigneten Flächen. Ein neues Gewerbegebiet bietet Eppstein daher mehrere wichtige Chancen: es schafft Raum für neue Arbeitsplätze vor Ort, stärkt die lokale Wirtschaft und trägt dazu bei, die Pendlerströme zu reduzieren. Zudem können bestehende Eppsteiner Unternehmen Entwicklungsperspektiven innerhalb der eigenen Stadt erhalten. Darüber hinaus ist die Entwicklung neuer Gewerbeflächen auch für die finanzielle Stabilität der Stadt von großer Bedeutung. Gewerbesteuereinnahmen sind ein zentraler Bestandteil der kommunalen Einnahmen und ermöglichen es der Stadt, wichtige Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Kinderbetreuung, Vereine und soziale Angebote zu finanzieren. Die Sicherung und Entwicklung von Gewerbeflächen ist daher ein wesentlicher Baustein für die langfristige Handlungsfähigkeit der Kommune.