Post-Angebot in Bremthal darf nicht minimiert werden


Mit einer solchen Anerkennung könnte sich die Deutsche Post AG aber sodann von dem Angebot in der Wiesbadener Straße zurückziehen.

„Die örtliche Nachfrage kann allein durch die Poststation nicht gedeckt werden“, so Bürgermeister Alexander Simon. Die Station ist eine gute Ergänzung und wurde als solche auch von der Deutschen Post selbst bezeichnet. Im Antwortschreiben der Stadt arbeitet der Bürgermeister diesen Aspekt heraus: „Das Rückziehenwollen der Deutschen Post AG missbilligen wir scharf. Es kann nicht sein, dass aufgrund von nicht näher dargelegten Gründen die Deutsche Post AG das Angebot für die Kundinnen und Kunden unserer Stadt weiter zurückfährt.“ Mit E-Mail vom 02.03.2022 meldete sich die Deutsche Post AG bei der Stadt und bat um Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort für eine Station. In der Folge wurde mit dem Valterweg ein solcher Standort in einem Gewerbegebiet auf Privateigentum gefunden und umgesetzt. Seinerzeit war es die erste Poststation im Main-Taunus-Kreis. Diese hat mehr Funktionen als die Paketstationen. Aufgrund der Nachricht und den weiteren Gesprächen durfte die Stadt Eppstein und auch die Bevölkerung darauf vertrauen, dass die Filiale in der Wiesbadener Straße nicht zu Disposition steht. Es wurde vielmehr stets versichert, die neue Station sei eine Ergänzung des bestehenden Angebotes.

In der Wiesbadener Straße, wo aktuell persönliche Dienstleitungen der Deutschen Post AG angeboten werden, wird aus Sicht der Stadt Eppstein dringend benötigt. Dies wurde auch seither von allen Beauftragten der Deutschen Post AG bestätigt, niemals wurde der Wille geäußert, dieses Angebot ersatzlos zu streichen. Topographisch liegt Bremthal am Hang, mit teilweise 19 Prozent Steigung. Die Poststation im Valterweg liegt sozusagen am Hochpunkt des Stadtteils in einem Gewerbegebiet. Die Anlaufstelle in der Wiesbadener Straße liegt optimal für die Bevölkerung, v.a. für die ältere Bevölkerung. Fällt diese weg ist zu befürchten, dass eine gewisse Personengruppe keinen Zugang mehr zu Postdienstleistungen haben wird. Dies kann unter Umständen sogar als diskriminierend anzusehen sein.

Sollte es zu einer Aufgabe und einem Rückzug der Deutschen Post AG in der Wiesbadener Straße kommen, wertet dies die Stadt als Kahlschlag und als böswilliges Verhalten und müsse insoweit eine Täuschungsabsicht unterstellen, weil vormals die Deutsche Post unter der Prämisse der Schaffung eines zusätzlichen Angebotes, um Unterstützung und Mithilfe geboten hatte. Sehr deutlich wird die Stadt gegenüber der Bundesnetzagentur zur Bewertung der Situation: „Im Ergebnis kann ein derart gelagertes – fast schon als eiskalt zu bezeichnendes – Verhalten der Deutschen Post AG nicht zu billigen sein.“

Die Stadt hegt die Hoffnung, dass der Antrag der Deutschen Post AG abgelehnt wird.