Kaiserwetter zum Herbstspaziergang


In der Müllerwies traf die Gruppe zunächst auf Josef Heinrich Flach, gespielt von Harald Koch, den Besitzer der Stanniolfabrik. Er berichtete zwei Bürgerinnen (Ulrike Vergin und Susanne Waldmann) und einer Touristin (Juliane Rödl) von seinen Plänen, einen Tempel hoch oben am bewaldeten Hang des Staufen zu bauen. 

Die nächste Station galt dem Ausbruch des Krieges 1870, durch den es Preußen gelang, die süddeutschen Staaten an sich zu binden. Vom Frankfurter Frieden erzählten der Frankfurter Oberbürgermeister Daniel Heinrich Mumm zu Schwarzenstein (Benjamin Peschke) und seine Gattin Clara (Nicola Sasse). Mit dabei die jüngste Tochter Anna (Selma Löffler), die später als verheiratete Neufville nach Eppstein ziehen sollte. 

Nachdem das Deutsche Kaiserreich gegründet war, hatten sich die Spaziergänger eine Stärkung am Ausschank der Burgschauspieler verdient. 

Von den Schrecken des Krieges, bei dem schon die leicht verletzten Soldaten starben, da es keine Kenntnisse über Sterilität oder Bakterien gab, berichtete Erhard Waldmann als Veteran einer entsetzten Bürgerin (Linda Kratz). 

Im Wald traf die Gruppe dann auf Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode, den Besitzer der Burg, der auf der Jagd war. Dargestellt von Benjamin Peschke, der über einen Pulverschein verfügt, gab es hier auch „echte“ Schüsse. 

Im Kaisertempel ließen sie Burgschauspielerinnen Ulrike Vergin, Linda Kratz, Samira Karimi, Selma Löffler und Nicola Sasse die Einiger Deutschlands, die im Kaisertempel abgebildet sind, hochleben. Sie feierten Otto von Bismarcks, der 1871 deutscher Reichskanzler wurde, Graf Helmuth von Moltke, den preußischen Generalfeldmarschall und den preußischen Kaiser Wilhelm I.  und seinen Sohn Kaiser Friedrich III., die dem Tempel den Namen gaben. 

Museumsleiterin Monika Rohde-Reith ordnete die Begebenheiten historisch ein und erklärte die Bedeutung des Tempels als kaiserzeitliches Denkmal. Der Kaisertempel sei nicht nur attraktiver Aussichtspunkt, sondern solle auch daran erinnern, dass der Krieg 1870/71 und der Frankfurter Friede das Verhältnis zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich extrem verschärfte. Zwei weitere schreckliche Weltkriege folgten, und es bedurfte danach unzähliger Bemühungen, um das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich in eine stabile freundschaftliche Partnerschaft zu führen. Sie dankte den Burgschauspielern und dem Verschönerungsverein, der den Tempel betreut und extra zum Spaziergang hergerichtet hatte.