Bergfried vor der Einrüstung


Auf den Bildern konnte man drei schadhafte Stellen erkennen. Daraufhin wurde eine Firma aus Kassel beauftragt, diese Steinausbrüche in der Mauer kletternd instand zu setzen. Bei diesen Reparaturarbeiten wurde klar, dass es sich um ein weitläufigeres Schadensbild handelt. Es wurden 25 weitere Ausbrüche festgestellt. Einige lose Steine konnten ohne Hilfsmittel entnommen werden. Teilweise ließen sie sich in der Hand zerbröseln. Das Problem ist die Zementverfugung, die das Wasser nicht abführen kann. Stattdessen dringt das Wasser über und durch das Schiefergestein und zersetzt mit der Zeit die Außenschale. Steine lösen sich und fallen herab. Die Aufwitterungsschäden reichen bis zu 60 Zentimeter tief ins Mauerwerk. Das lose Material wurde entnommen, die Gefahrenzone im Burghof wurde abgesperrt.

Der Bergfried muss nun mit einem speziellen Fassadengerüst in voller Höhe eingerüstet werden. Die Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH) liegt vor. Um ein sinnvolles, gutes Sanierungsergebnis bewirken zu können, muss der Turm voll eingerüstet werden. Die Verwaltung hatte diese Arbeiten ausgeschrieben und der Magistrat hat den Auftrag nun vergeben. Die Kosten allein für die Gerüststellung betrag über 100.000 Euro. Die Aufbauzeit für das Gerüst beträgt rund zwei Monate. Der Bergfried ist der höchste Turm von Burg Eppstein, sein Mauerwerk ist nicht gerade. In Kürze wird die Gerüstbaufirma anrücken. Zunächst muss das gesamte Ausmaß des Schadensbildes festgestellt werden, um dann auf Grundlage des Fachgutachtens ein entsprechendes Sanierungskonzept auszuarbeiten und danach mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten zu beginnen. Die Sanierungsarbeiten werden bis zum Sommer andauern. Neben der Entnahme des losen Materials und dem Wiederaufbau der schadhaften Stellen, soll auch die Mauerkrone instandgesetzt und abgedichtet werden. Außerdem soll sich auch um die Turmdachentwässerung wieder funktionstüchtig hergestellt und ein Kartierungs- und Wartungsbuch erstellt werden

Anstelle der üblichen 30.000 Euro unterstützt der Main-Taunus-Kreis in diesem Jahr die Maßnahme mit einem Betrag in Höhe von 100.000 Euro. Im Haushaltsplan der Stadt Eppstein sind Eigenmittel in Höhe von 180.000 Euro veranschlagt.